Starthilfe mit Überbrückungskabel geben (Reparatur Anleitungen)

Autobatterie verkabelung bei Starthilfe
Starthilfe zu geben wird meist vom Aufwand her überschätzt.

Tatsächlich ist es leider meist das schwierigste jemanden mit einem nutzbarem Starthilfekabel (auch Überbrückungskabel genannt) zu finden.

Wenn man ein Starthilfekabel besitzt, kann dies einem also häufiger den Tag retten, diese bekommt man in Baumärkten und gelegentlich in Supermärkten. Damit sollte das Fremdstarten mit der hilfe eines anderen Autos deutlich einfacher gehen und man muss nichtmehr auf einen Autoclub warten.


Grundlegendes:
  1. Das Spenderfahrzeug ist das Fahrzeug, durch die Starthilfe angeboten wird. Das Empfängerfahrzeug ist demnach selbstverständlich das Auto mit der leeren Batterie.
  2. Als Plus wird der Pol mit Spannung bezeichnet, bei der Verwendung des Kabels nehmen wir das rote.
  3. Als Minuspol wird der Pol mit Elektronenüberschuss bezeichnet, hier benutzen wir das schwarze Kabel.
  4. Der Minus Pol am Empfängerfahrzeug wird nicht direkt an der Batterie angeschlossen! Dieser wird mit der Masse, also mit der Karosserie verbunden.
  5. Bei neueren Autos sollte man bevor man die Kabel trennt rund 10-15 Minuten diese verkabelt und den Motor des Spenderfahrzeugs laufen lassen. Insbesondere wenn die Empfängerbatterie tiefenentladen ist. Auch ein Diesel lässt sich auf diese weise einfach mit einem Benziner überbrücken. Da das Dieselfahrzeug meist mehr Ampere benötigt, liefert die Lichtmaschine des Benzinfahrzeugs genügend Stromstärke.
  6. Das Empfängerfahrzeug sollte danach rund eine halbe Stunde gefahren werden um die Batterie genügend aufzuladen. Optimal ist eine halbe Stunde fahrt auf der Autobahn, in vielen Fällen (besonders bei Kleinwagen) reicht aber auch weniger Zeit aus.
  7. Sollte der Motor direkt nach entfernung der Kabel ausgehen oder eine Ladung über eine halbe Stunde nicht ausreichen, sollte man eine Werkstatt aufsuchen, da vermutlich die Lichtmaschine nicht genügend Spannung liefert, dies kann durch eine kaputte Lichtmaschine, aber auch durch einen falsch gespannten oder kaputten Keilriemen kommen.
  8. Überbrückungshilfe von einem LKW auf einen PKW oder umgekehrt sollte man nie durchführen, hier hat sich als Standard bei LKW eine 24 Volt Batterie und beim PKW eine 12 Volt Batterie etabliert.
Der Ablauf:
  1. Evtl. die Fahrzeuge sichern (Warndreieck, Handbremse, Gang raus, etc.)
  2. Unnötige Verbraucher wie Radio, Heizung etc. bei beiden Fahrzeugen abschalten.
  3. Die Motorhaube öffnen
  4. Überprüfen der Spannung sofern möglich (beide Batterien sollten die gleiche Voltzahl liefern), die angegebenen Hubraumgrenzen des Kabels sollten nicht überschritten werden. Empfohlen ist ein Starterkabel mit möglichst viel Durchmesser, bei Kabeln mit 35mm² sollte man mit kaum einem PKW Schwierigkeiten bekommen.
  5. Verkabeln: Hier gehen wir nach dem Bild vor; Zuerst Plus (+) an der Spenderbatterie, dann an der Empfängerbatterie. Jetzt schliessen wir den Minus (-) Pol an der Empfängerbatterie und dann an der Spenderbatterie an. Beachtet Punkt 3 bei Grundlegendes!
  6. Jetzt Starten wir den Spendermotor, diesen lassen wir ein bisschen laufen.
  7. Als nächstes versuchen wir beim Empfänger den Motor zu starten.
  8. Nach erfolgreichem Start um Überspannungen zu vermeiden beim Empfänger einige Verbraucher einschalten (Lüftung, Heckscheibenheizung, Radio). Das Licht lassen wir aber nach Möglichkeit aus.
  9. Einige Minuten lassen wir beide Motoren laufe, bis wir alles abbauen (Siehe Punkt "Der Abbau")
Der Abbau:
  1. Verkabelung entfernen: Hier gehen wir in umgekehrter Reihenfolge vor, als erstes kommt der Minus (-) Pol an der Karosserie (sehr wichtig, da ansonsten Explosionsgefahr durch Knallgasentwicklung besteht), dann der von der Spenderbatterie. Als letzes nehmen wir den Plus (+) Pol der Empfängerbatterie und dann von der Spenderbatterie ab.
  2. Unnötige Verbraucher wieder ausschalten
  3. Starthilfekabel verstauen, evtl. vorhandene Plusschutzkappen wieder schliessen, Motorhaube schliessen.
  4. Jetzt bedankt man sich beim Stromspender
  5. Evtl. angebrachte Sicherrungen wie Warndreieck entfernen
  6. Fahrzeug in Bewegung halten (siehe Punkt 4 bei Grundlegendes)
Wenn es mal nicht klappt:
Natürlich kann es auch vorkommen, dass die Starthilfe nicht auf anhieb klappt, besonders sollte man versuchen die Kontakte genauer zu überprüfen, eine Blanke Stelle an der Spender-/ und Empfängerbatterie ist vonnöten, teils gibt es anschlussorte, die Metallisch aussehen, aber garnicht oder nicht ausreichend leiten.
Um zumindest den Stromfluss zu kontrollieren, kann man die Zündung beim Empfängerfahrzeug auf die erste Stufe stellen, dann sollten in den Armaturen die Kontrollleuchten angehen, sollte dies nicht der Fall sein und die Verkabelung stimmt, könnte auch mehr an der Elektrik kaputt sein.

Das Bild wurde von S-T-U-D-E-X unter der Creative Commons Attribution ShareAlike Lizenz veröffentlicht

Update 11.02.2012 - Einige Ergänzungen und Aktualisierungen
Autor: Andreas


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